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Stellungnahme Windanlagen

 

>> Stellungnahme zum Thema

Windanlagen in Minfeld

- Bericht des Ortsbürgermeisters in der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" -

Leserbrief von Manfred Foos an "Die Rheinpfalz";
dort auszugsweise erschienen in der Ausgabe vom 02.04.2002

Nachdem in Minfeld die Meinungen pro und contra Windräder durch SPD und CDU über Flugblätter ausgetauscht wurden, will ich zu dem Bericht des Ortsbürgermeisters Nagel in Ihrer Zeitung wie folgt Stellung nehmen:

Richtig ist, daß seit dem 12.06.2001 im Minfelder Gemeinderat über das Aufstellen von Windrädern gesprochen wird. Alle Gemeinderatsmitglieder haben sich immer für die erneuerbaren Energien ausgesprochen. Doch hinsichtlich der örtlichen Nähe der geplanten Windkraftanlagen gab es auch immer wieder Skeptiker, wie die schwankende Zahl der Befürworter zeigt.

Die Unschlüssigkeit von FWG und CDU hinsichtlich einer richtigen Entscheidung zeigt sich darin, daß beide Fraktionen ein Bürgerbegehren initiierten, mit dem sie die Durchführung eines Bürgerentscheids anstrebten. Innerhalb weniger Stunden hatten Minfelder Bürger mehr als 330 Unterschriften in dieser Sache geleistet und die Initiative damit unterstützt. Dies waren solche Bürger, die an der Entscheidung über das Für und Wider beteiligt werden wollten. Für die Tatsache, daß letztendlich kein Bürger-entscheid durchgeführt werden konnte, ist nicht ein formeller Fehler der Initiatoren verantwortlich, sondern vielmehr die Verweigerungshaltung der SPD im Gemeinderat, die sich weigerte, eine Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde zu ermöglichen. Eine Änderung der Hauptsatzung wäre erforderlich gewesen, um die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung eines Bürgerentscheids zu schaffen.

Vor dem Hintergrund seiner letzten Ausführungen zum Thema Windkraft in Minfeld in der „Rheinpfalz“ hat der Ortsbürgermeister unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, daß den Bürgern eine verantwortungsvolle Mitsprache und Entscheidung nicht zugetraut werden könne, da diesen das entsprechende Hintergrundwissen fehle. Hier zeigt Herr Nagel eindeutig, daß er seinen Bürgern nichts zutraut. Wir jedenfalls haben im Rahmen unserer Unterschriftensammlung festgestellt, daß die Bürger besser informiert sind, als dem Ortsbürgermeister vielleicht Recht sein kann. Die Verweigerungs-haltung des Ortsbürgermeisters verwundert um so mehr, daß er in seiner Funktion als Mitglied des rheinland-pfälzischen Landesparlaments doch selbst an der Einführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in die Gemeindeordnung mitgewirkt hat. Es ist nicht nachvollziehbar, warum er sich jetzt mit allen Mitteln einer solchen Maßnahme verweigert.

Ich bin der Meinung, daß derjenige, der den Bürgern die Mitsprache verbieten will, zumindest eine Mehrheit zur eigenen Entscheidung braucht. Gerade dies ist aber nicht der Fall ! Erstmals in seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister verweigern ihm einige seiner Fraktionsmitglieder den üblichen Gehorsam. Seine Initiative scheint zu scheitern, was nun mit allen Mitteln und über Scheindiskussionen verhindert werden soll.

In der gebotenen Kürze möchte ich auf die von Herrn Nagel angeführten finanziellen Aspekte eingehen. Der seit nunmehr über 20 (!) Jahre im Amt befindliche Ortsbürgermeister hat es trotz gesicherter Mehrheiten im Gemeinderat nicht geschafft, ein Gewerbegebiet zu erschließen, um so die finanzielle Zukunft unserer Gemeinde zu sichern. Zitat Nagel: „Von der Gewerbesteuer bleiben der Gemeinde nur Pfenningsbeträge !“ Einige bauwillige Firmen suchten sich andere Standorte und waren für die Gemeinde als Steuerzahler verloren. In jüngster Zeit suchte und erschloss sich eine Minfelder Firma in Eigeninitiative selbst einen notwendigen Gewerbestandort. Diese Umstände bedürfen nach meiner Meinung an dieser Stelle keiner besonderen Kommentierung.

Der Ortsbürgermeister war nicht nur umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, sondern ist mit seinen Parteigenossen aufgrund der sozialdemokratischen „Reformen“ auch dafür verantwortlich, daß den Gemeinden immer weniger Geld für ihre eigenen Angelegenheiten verbleibt.

Deswegen erachte ich es als falsch, jetzt auf die Tränendrüsen zu drücken, um so eine Mehrheit zu erreichen, die weder in der Bürgerschaft, noch in seiner Ratsfraktion vorhanden ist.

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